H a u s - R u h e

1. Einmal gar nichts tun !

Setzen Sie sich einmal
eine HALBE Stunde lang
ganz BEQUEM hin
und tun Sie sonst NICHTS ANDERES.

Also: Nicht rauchen, nicht trinken,
nicht essen, nicht lesen,
nicht reden usw.
Erlaubt sind:
Augen schließen. Dösen. Träumen.

Sie werden ERSTAUNT sein,
wie ERHOLSAM
so eine halbe Stunde SEIN kann.

( = aus Gesundheitsbroschüre)

Einen Menschen zu LIEBEN, heißt:
in ihrer/seiner GEGENWART
sich ZU HAUSE zu fühlen.

(RBB)

2. Ein Haus jenseits der GRENZ-Flüsse

(Bischof Hemmerle, Aachen)

Wir ALLE stehen an Grenzflüssen
und wollen uns
DIESSEITS der Grenzen einrichten.
Aber wir müßen ÜBER die Grenzen,
wie über Flüße
und auf die ANDERE Seite zugehen.

Aber die andere Seite lädt nur EIN,
wenn dort ein HAUS steht,
größer und ERHABENER
als bloß "mein" Haus,
und wenn dieses Haus
ZUGLEICH doch MEINES ist.

Haus eines ANDEREN -- und MEIN Haus:
Ja, vielliecht ist das ein Bild
für ERLÖSUNG:
"Über jedem Grenzfluß steht ein HAUS,
SEIN Haus -- MEIN Haus !"

Und EIGENTLICH
kann ich auch nur
DIESSEITS der Grenze LEBEN,
wenn ich DRÜBEN ein HAUS habe.
Ich kann nicht leben,
wenn die AUSSICHT
nur ins LEERE und WESENLOSE geht.

3 . Sein Haus = im JETZT ein Jenseits

(Bischof Hemmerle, Aachen)

Da sagen viele:
Ein Haus am ANDEREN Ufer
nützt mir NICHTS.
Ich muß hier und JETZT leben
- und SOFORT.

Aber zeigt sich da dieses "Jetzt"
nicht SELBST als unheimliche GRENZE
-- an der ich mich selber VERFEHLE ?

Müßte nich IM Jetzt
ein HAUS sich öffnen,
in das hinein ich AUSBRECHEN kann
-- aus dem Zwang des WEITERMACHENS,
der hektischen ANPASSUNG
aber auch der panischen JAGD
nach Selbstverwikrlichung.

IM Jetzt ein JENSEITS,
etwas was mich HERAUS-führt
und WEITER-führt.

Aber DIESES jweilige Jenseits
kann kein ANDERES sein
als jenes,
das auch im TOD noch mir WINKT,
für GANZ und für IMMER:
SEIN Haus -- das MEIN Haus ist.

4 . SEIN Haus IN MIR

(Bischof Hemmerle, Aachen)

Manchmal treffe ich auf einen anderen,
sehr TIEFEN Grenzfluß,
der KAUM zu überschreiten ist:
es ist der SPIEGEL,
in dem ich meine EIGENE Gestalt sehe.

Mich AUSHALTEN müssen,
mich ENTSCHLIEßEN müssen
zu mir SELBST,
mich ANNEHMEN müssen:
wie SCHWER ist das zuweilen !

Aber wenn ich
über diesen Grenzfluß des Spiegelglases
hinweg HINEIN-schaue IN mich,
dann gilt WIEDERUM:

In mir wartet SEIN Haus auf mich
und ich darf darin WOHNEN,
ANGENOMMEN von IHM,
dem GROSSEN ANDEREN.

Und dann kann auch ich "JA" sagen zu mir,
kann ich ich SELBER sein wollen.

5 .Er-LÖSE-nder Glaube

(Bischof Hemmerle, Aachen)

So geht ERLÖSENDER Glaube:
daß der mich liebende Gott
auf der anderen Seite -- der GRENZFLÜßE

im Jenseits -- des JETZT
und IN mir -- SELBST
mich in seinem Haus ERWARTET:

SEIN Haus -- daß auch MEIN Haus
-- und EUER Haus ist !!

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